Das regnerische Wetter hat uns hier weiterhin fest im Griff. Aber der Reihe nach.
Der Tag begann heute erfreulich gesund. Auf dem Frühstückstisch standen Porridge, Apfelmark, Bananen und Mandelsplitter. Dazu eine schöne Tasse Kaffee, und schon fühlte man sich für die Herausforderungen des Tages bestens gerüstet. Welche Herausforderungen das sein würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings selbst noch nicht.
Eigentlich stand heute nämlich nichts auf dem Programm. Doch wie so oft im Urlaub fanden wir trotzdem eine Beschäftigung. Wir beschlossen, Schnitzel zu schauen.
Nein, nicht die panierten. Die lebenden.
In Vang gibt es einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem Schweine in freier Natur aufwachsen dürfen. Dort schauen wir immer wieder gerne vorbei. Es ist einfach schön zu sehen, wie die kleinen Racker über die Wiesen flitzen, im Boden wühlen oder einfach nur das tun, was Schweine offenbar den ganzen Tag über gerne tun.
Leider wurden wir in diesem Jahr ein wenig enttäuscht. Die Gehege befinden sich inzwischen weiter hinten auf dem Grundstück, sodass man die Tiere von der Straße aus kaum noch sehen kann. Schade für uns.
Andererseits ist es vermutlich eine gute Nachricht für die kleinen Schnitzelchen. Die genießen ihre Ruhe und müssen sich nicht ständig von neugierigen Touristen beim Schweinsein beobachten lassen.
Wir brauchten also schnellstmöglich ein Ausweichprogramm. Mmh, kurz überlegt – und ab nach Vorupør, Wasser gucken.
Auch wenn das Wetter heute eher an November als an Juni erinnerte, hat sich der Ausflug gelohnt. Gleich zwei Neuerungen sind uns direkt ins Auge gesprungen.
Zum einen ist die Mole derzeit gesperrt. Dort wird kräftig gearbeitet. Überall stehen Baumaschinen herum, Absperrungen versperren den Weg und meterhohe Granitblöcke warten auf ihren Einsatz. Die gewaltigen Brocken, die teilweise bis zu 20 Tonnen wiegen, werden aktuell zum Molekopf transportiert und anschließend im Wasser verbaut. Damit soll die Mole gegen die starke Erosion und Unterspülung geschützt werden, die ihr in den vergangenen Jahren ordentlich zugesetzt haben. Die Steine stammen übrigens aus Norwegen und wurden über Hanstholm angeliefert. Man kann also sagen: Die Mole bekommt gerade eine Rundumerneuerung verpasst.
Die zweite Neuerung betrifft die Rettungsstation. Auch hier wird gebaut. Die alte Station ist mittlerweile zu klein geworden, weshalb Vorupør eine komplett neue Rettungsstation erhält. Das neue Gebäude soll deutlich größer werden und neben einer Bootshalle auch Werkstatt, Garage, Lagerräume sowie Büro- und Aufenthaltsräume beherbergen.
Der Hauptgrund für den Neubau ist das moderne Rettungsboot, das schlichtweg nicht mehr in die alte Station passt. Zeitweise musste es sogar in einer provisorischen Zelthalle untergebracht werden. Kein idealer Zustand für ein Boot, das im Ernstfall Leben retten soll.
Wenn alles nach Plan läuft, soll die neue Station noch in diesem Jahr fertig werden. Bis dahin gibt es also nicht nur an der Mole, sondern auch am Landungsplatz einiges zu sehen.
Und so wurde aus „Wir fahren mal eben Wasser gucken“ ganz unerwartet eine kleine Baustellenbesichtigung mit Informationsprogramm.
Von dort aus ging es zunächst noch zum örtlichen Meny und anschließend weiter nach Hurup zum Netto. Wir hatten am Vortag nämlich eine Kleinigkeit vergessen.
Was genau gefehlt hatte, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Jeder Urlauber kennt das Phänomen: Man schreibt eine Einkaufsliste, kontrolliert sie zweimal, fährt in drei verschiedene Supermärkte und stellt am nächsten Morgen trotzdem fest, dass genau die eine Sache fehlt, die man unbedingt braucht.
Also wurde die Versorgungslücke geschlossen und der Einkauf erfolgreich nachgeholt. Manche Dinge braucht man eben auch im Urlaub. Und manche Ausflüge entstehen ausschließlich deshalb, weil man sie am Vortag vergessen hat einzupacken oder einzukaufen.
Immerhin hatte der Tag damit offiziell ein Programm bekommen.
Kaum wieder am Ferienhaus angekommen, wurde es auch schon Zeit, sich den wirklich wichtigen Dingen des Tages zu widmen: dem Essen.
Auf dem Speiseplan stand heute ein Tortellini-Salat mit Grillgemüse, Oliven und gefüllten Peperoni. Dazu gab es ein saftiges gegrilltes Oksekød, außen schön knusprig und innen herrlich zart. Kurz gesagt: genau die Art von Mahlzeit, bei der man nach dem letzten Bissen kurz darüber nachdenkt, ob man überhaupt noch einmal essen gehen muss.
An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass ich unseren kleinen Skotti-Grill nach wie vor liebe. Klein, praktisch und bisher zuverlässig daran beteiligt, dass wir im Urlaub ausgesprochen gut essen.
Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch Agger. Dabei kontrollierten wir natürlich pflichtbewusst, ob das Wasser noch da ist. Man weiß ja nie. Nach mehreren erfolgreichen Prüfungen können wir Entwarnung geben: Die Nordsee befindet sich weiterhin an ihrem angestammten Platz.
Anschließend ging es zurück ins Ferienhaus und ins Bettchen. Es war schließlich ein langer und ausgesprochen anstrengender Urlaubstag. Immerhin hatten wir gefrühstückt, Schnitzel gesucht, eingekauft, gegrillt und die Nordsee überwacht. Mehr kann man von zwei Menschen wirklich nicht verlangen.
Reisewetter
- Agger
- 08/06/2026
- 16 C°
- Bewölkt
- 220-41 km/h
Neueste Kommentare