Sonntagmorgen in Dänemark. Draußen etwas kühler als an den Vortagen, drinnen prasselte der Kamin gemütlich vor sich hin. Der Tag begann langsam … Ausschlafen, Kaffee trinken, aus dem Fenster schauen und überlegen, ob man wirklich schon etwas unternehmen möchte.
Und dennoch fühlt es sich hier irgendwie anders an. Vielleicht liegt es an der Ruhe, vielleicht am Wind oder einfach daran, dass man weit genug vom Alltag entfernt ist, um nicht ständig auf die Uhr zu schauen.
Das Wetter zeigte sich dabei von seiner typisch dänischen Seite. Zum Frühstück schien die Sonne, als wolle sie uns einen perfekten Tag versprechen. Pünktlich zum Mittag setzte dann der Regen ein und erinnerte uns daran, dass man Wettervorhersagen in Dänemark eher als unverbindliche Empfehlung betrachten sollte. Wenig später war der Regen wieder verschwunden und die Sonne übernahm erneut das Kommando, als wäre nichts gewesen.
Kurz gesagt: Sonne zum Frühstück, Regen zum Mittag und wieder Sonne am Nachmittag. Dänemark eben.
Irgendwann gegen 12 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Hurup. Der Kühlschrank war noch etwas unterbesetzt, Brennholz stand ebenfalls auf der Einkaufsliste und ein wenig Bargeld konnte auch nicht schaden. Nicht etwa, weil man in Dänemark nicht mit Karte zahlen könnte – ganz im Gegenteil. In dieser Disziplin sind uns die Dänen gefühlt einige Lichtjahre voraus. Allerdings gibt es hier entlang der Straßen viele kleine Verkaufsstände, an denen Kartoffeln, Erdbeeren, Marmelade oder andere Leckereien angeboten werden. Und dort ist Bargeld manchmal noch immer die einfachste Währung.
In Hurup angekommen, stellten wir fest, dass wir mit unserer Einkaufsidee nicht allein waren. Rema 1000, Netto und auch Lidl waren bestens besucht. Was in Deutschland an einem Sonntag beinahe wie eine Parallelwelt wirken würde, gehört hier offenbar ganz selbstverständlich zum Alltag.
Nachdem wir uns mit den wichtigsten Vorräten eingedeckt hatten, gönnten wir uns noch einen kleinen Bummel durch den Ort, bevor es zurück Richtung Agger ging.
Auf dem Heimweg wurden wir in Vestervig schließlich auch beim örtlichen Min Købmand fündig. Drei Säcke Brennholz mit jeweils 30 Litern Inhalt wechselten für 129,90 Kronen den Besitzer. Der erste Eindruck ist vielversprechend, und der Kamin wird in den nächsten Tagen ausreichend Gelegenheit bekommen, die Qualität des Holzes zu testen.
Nach dem späten Mittagessen widmeten wir uns unserer wohl liebsten Urlaubsbeschäftigung: dem Nichtstun. Wobei „Nichtstun“ natürlich Auslegungssache ist. Während sich der eine eingehend mit der Technik des Hauses und dem mitgebrachten Equipment beschäftigte, produzierte die andere mit bemerkenswerter Ausdauer Knoten in Wollfäden. Jeder entspannt eben auf seine Weise.
Den Nachmittag verbrachten wir auf der Terrasse und lauschten den Vögeln beim Zwitschern. Dabei fiel uns auf, dass wir momentan offenbar die einzigen Urlauber in der näheren Umgebung sind. Die Häuser um uns herum stehen alle leer, was für eine angenehm ruhige Atmosphäre sorgt. Nur die Vögel hielten sich nicht an die Sonntagsruhe.
Gegen Abend wurde dann endlich das Wildnisbad eingeweiht. Angenehme 38 °C Wassertemperatur luden zum ausgiebigen Entspannen ein. Lediglich das fehlende Geblubber der sonst gewohnten Sprudelanlage wurde etwas vermisst. Man kann eben nicht alles haben.
Dafür verfügte das Bad über ein schwimmendes Tablett, auf dem ein eisgekühlter Aperol Spritz stilecht mitbaden durfte. Manchmal muss man kleine Rückschläge einfach mit etwas Kreativität kompensieren. 🍹🛁
Das ursprünglich geplante Abendessen wurde kurzerhand auf morgen verschoben. Nach diesem ausgesprochen anstrengenden Tag – immerhin mussten wir einkaufen, Holz beschaffen, auf der Terrasse sitzen und im warmen Wasser entspannen – erschien uns Brot und Käse als vollkommen ausreichende Verpflegung.
Manchmal sind die einfachsten Mahlzeiten eben die besten, besonders wenn der Kühlschrank gut gefüllt und der Weg zur Küche angenehm kurz ist.
Konkrete Pläne für morgen gibt es bislang keine. Nur ein paar lose Ideen schwirren durch unsere Köpfe. Aber genau das macht Urlaub schließlich aus: Man muss nicht wissen, was morgen passiert. Es reicht völlig, sich überraschen zu lassen.
Reisewetter
- Agger
- 07/06/2026
- 17 C°
- Regen
- 8-14 km/h
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