Agger 2026 – Tag 2 – Weiter Richtung Norden

… und weiter ging die Reise.

Nach einem kleinen Frühstück beim Bäcker um die Ecke machten wir uns gegen 9:30 Uhr auf den Weg nach Agger. Die Stimmung war gut, das Wetter ordentlich und die Vorfreude auf den Abend groß. Schließlich hatten wir noch am Vortag ausgiebig davon geschwärmt, dass es heute Krabben mit Rührei geben sollte.

Leider hielt dieser Plan nur so lange, bis wir die Tankstelle erreichten. Bei einem Dieselpreis von 1,90 Euro pro Liter war unsere Aufmerksamkeit schlagartig anderweitig gebunden. Die Krabben gerieten dabei vollständig in Vergessenheit und blieben dort auch erst einmal.

Als uns der kleine Fehler später auffiel, war es natürlich zu spät. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Dann gibt es die Krabben eben im Oktober in Norddeich. Man muss sich schließlich auch etwas für die Zukunft aufheben. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude – und inzwischen vermutlich auch die teuerste.

Esbjerg - „Mennesket ved Havet“

Unser erster geplanter Stopp war Esbjerg und natürlich die berühmten „Menschen am Meer“.

Die Fahrt dorthin verlief erfreulich entspannt, auch wenn die Straßen durch die vielen kleinen Dörfer stellenweise recht gut gefüllt waren. Offenbar hatten auch andere Menschen die Idee, an diesem Tag unterwegs zu sein.

Die Grenze in Süderlügum hätten wir beinahe übersehen. Während wir noch gemütlich durch die Landschaft fuhren und uns unterhielten, tauchte plötzlich das kleine Grenzschild auf. Fast wären wir unbemerkt in Dänemark eingereist. Wahrscheinlich hätte uns erst der Blick auf die Preisschilder daran erinnert, dass wir nicht mehr in Deutschland sind.

Von dort aus sollte es eigentlich weiter zum örtlichen Bilka gehen. So zumindest der Plan. Allerdings gibt es da noch einen wichtigen Mitspieler: TomTom.

Der große Vorteil von TomTom ist die Möglichkeit, die Route bequem online zu planen und anschließend direkt an das iPhone zu senden. Das funktioniert auch wirklich hervorragend. Die Navigation selbst ist allerdings von einer Genauigkeit, die man fast schon als persönliche Beleidigung auffassen könnte. Hat man einen bestimmten Punkt geplant, dann möchte TomTom auch genau diesen Punkt sehen. Nicht die Straße daneben, nicht den Parkplatz gegenüber und schon gar nicht „ungefähr dort“. Nein, exakt dort.Eine Möglichkeit, ein Zwischenziel einfach zu überspringen, habe ich bislang nicht gefunden. Vielleicht gibt es sie, vielleicht wird sie aber auch von denselben Leuten versteckt, die die Bedienungsanleitung schreiben. Wie auch immer – wir bemerkten das Problem rechtzeitig und fanden schließlich doch noch den richtigen Weg.

Der Bilka in Esbjerg ist gefühlt mindestens doppelt so groß wie der in Holstebro und bietet ein wirklich beeindruckendes Sortiment. Allerdings standen auf unserem Einkaufszettel nur Brot, Bratfett und natürlich der erste Hotdog des Urlaubs.

Heute fiel die Wahl auf eine Variante mit Chorizo-Wurst und Chili-Soße. Sehr lecker und durchaus geeignet, die Geschmacksnerven auf Urlaub einzustimmen. Auch preislich völlig in Ordnung: Für Verliebte gab es zwei Hotdogs für 25 Kronen. Wer einfach nur Hunger hatte, durfte selbstverständlich ebenfalls zwei bestellen. Eine romantische Beziehung wurde an der Kasse glücklicherweise nicht überprüft.

Der erste HotDog des Jahren

Nachdem wir den Einkauf verstaut und den Hotdog vernascht hatten, machten wir uns auf den direkten Weg – über großzügige Umwege – entlang der Westküste. Schließlich galt es, unbekannte Welten zu erforschen. 

In diesem Fall führte uns die Expedition durch einen recht großen Truppenübungsplatz. Glücklicherweise durfte man diesen ganz ohne Gefahr durchfahren. Ich gehe davon aus, dass auch die dänische Armee Wochenende hatte – so wie es sich für die Jungs und Mädels der Truppe gehört. Zumindest kam uns niemand entgegen, der unsere Reiseroute mit schwerem Gerät hinterfragen wollte.

Die Landschaft zeigte sich dabei in ihrer typischen Form, die wir inzwischen liebevoll als „dänische Mondlandschaft“ bezeichnen. Karg bewachsen, weitläufig und auf den ersten Blick fast etwas trostlos. Je länger man jedoch hindurchfährt, desto mehr entwickelt sie ihren ganz eigenen Charme. Irgendwann ertappt man sich sogar dabei, aus dem Fenster zu schauen und zu denken: Eigentlich sieht das ziemlich schön aus. Dänemark schafft es erstaunlich oft, aus sehr wenig ziemlich viel Landschaft zu machen.

Nach schier endloser Fahrt und einer beeindruckenden Menge Gegend erreichten wir gegen 16:30 Uhr schließlich Thorsminde. Dort verschlug es uns zum Imbiss „Café Havglimt“, der sich als ausgesprochen gute Entscheidung herausstellen sollte.

Kurzerhand beschlossen wir, unser Abendessen einfach dorthin zu verlegen. Schließlich war es bereits später Nachmittag, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, und der Gedanke, noch weiterzufahren, während irgendwo Fischfilet auf uns wartete, erschien wenig sinnvoll.

Also nahmen wir Platz und genossen unser Fischfilet in der Sonne. Während andere Menschen komplizierte Urlaubspläne schmieden, saßen wir an einem sonnigen Nachmittag in Thorsminde mit gutem Essen vor uns und hatten das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Manchmal sind die besten Urlaubsmomente eben die, die man gar nicht geplant hatte.

Weiter ging es anschließend über den Limfjord zu unserem eigentlichen Ziel: einem kleinen Häuschen in Agger.

Schon auf den ersten Blick fiel uns auf, dass sich seit unserem letzten Besuch wieder einiges verändert hat. In den vergangenen Jahren wurde viel modernisiert, umgebaut oder sogar komplett neu errichtet. Das ist einerseits schön zu sehen, andererseits hoffen wir natürlich, dass sich Agger dabei seinen besonderen Charme bewahrt. Gerade dieses etwas ruhige, unaufgeregte und leicht raue macht den Ort für uns so besonders. Wäre ja schade, wenn irgendwann jede Ecke geschniegelt und geschniegelt aussieht wie ein beliebiger Ferienort.

Im Ferienhaus angekommen stand dann das klassische Urlaubsprogramm auf dem Plan: Auto ausräumen, Taschen schleppen, Lebensmittel verstauen und sich darüber wundern, wie viel Gepäck zwei Menschen für ein paar Tage Urlaub eigentlich benötigen.

Irgendwann war dann alles an seinem Platz und wir konnten offiziell ankommen. Das Ergebnis unserer Einrichtungsbemühungen zeigen wir euch morgen. Für heute reicht es erst einmal – schließlich war der Tag lang, die Strecke weit und der Urlaub hat gerade erst begonnen.

Reisewetter

Der heutige Tag im kleinen Überblick...