Der heutige Tag startete erstaunlich frĂŒh â irgendwie waren wir schon um sieben Uhr wach. Warum auch immer. đ€·ââïž
Aber gut, frĂŒh wach heiĂt mehr Zeit, um â na klar â nichts zu tun. Urlaubseffizienz auf höchstem Niveau. đ
Das FrĂŒhstĂŒck fiel heute etwas bodenstĂ€ndiger aus: Brot, KĂ€se und Wurst.
Wer jetzt unser heiĂgeliebtes Porridge vermisst â tja, das gehört leider zur Kategorie âDinge, die zuhause auf uns wartenâ. đ„Ł
Aber was sollâs â auch mal eine Woche ohne Haferschleim kann nicht schaden. đȘ
Nun stand die groĂe Frage im Raum: Was machen wir heute eigentlich?
Die Wetter-Apps waren sich â wie immer â nicht einig.
Die eine versprach Regen ab Mittag, die andere behauptete das Gegenteil.
Also, wie immer, glaubten wir einfach beiden â so ist man wenigstens doppelt vorbereitet. âïžđŠïžâïž
Petra entschied sich fĂŒr einen ruhigen Tag in der Unterkunft, mit Strickzeug, Tee und vermutlich einem inneren âHab ichâs doch gewusstâ.
Ich hingegen packte tapfer meinen Rucksack: eine Wasserflasche, ein MĂŒsliriegel und â ganz wichtig â ein belegtes Brot.
Man weiĂ ja nie, wann der Hunger zuschlĂ€gt. đ
Das Ziel war klar: eine Wanderung zum Wrack am Ostende â und ein bisschen AbenteuergefĂŒhl inklusive.
đ§ Abmarsch ins Abenteuer (oder: Wenn Komoot und RealitĂ€t sich nicht kennen)
Allerdings wurde meine sorgfĂ€ltige Planung schon nach wenigen hundert Metern komplett ĂŒber den Haufen geworfen.
Nicht etwa, weil der Weg gesperrt war â nein, viel besser:
Ein unĂŒberwindbares Wasserhindernis tauchte wie aus dem Nichts vor mir auf! đđł
Ein kleiner See mitten auf dem Weg, vermutlich frisch von Poseidon persönlich dort platziert, nur um mich zu Àrgern.
Da stand ich nun, leicht verwirrt, Komoot in der Hand, und fragte mich, ob ich vielleicht doch lieber eine Badehose hĂ€tte einpacken sollen. đ©ł
Also blieb mir nur eins: Umdrehen â und am Parkplatz vorbei, um den anderen Weg zu nehmen.
Dann gibtâs eben den gleichen RĂŒckweg wie Hinweg, dachte ich.
Aber soviel schon mal vorweg: Nein, es kam natĂŒrlich nicht so.
Die Gegend hier ist wirklich traumhaft schön â Natur pur.
Ăberall flattert, raschelt und wuselt es.
Und wer genau hinsieht, findet auch die eine oder andere Kaninchenteil-Sammlung ⊠meist in Form einer Keule.
Irgendwer â oder irgendwas â kĂŒmmert sich hier also um die Bestandsregulierung, ganz so, wie es die Natur vorgesehen hat.
Der Weg selbst war eine kleine Herausforderung:
Immer wieder wurde er von BĂ€chen und kleinen Seen unterbrochen, die ein âgeradeausâ schlicht unmöglich machten.
An manchen Stellen musste man gut und gerne 50 Meter ausweichen, um dann irgendwie wieder auf den eigentlichen Pfad zu kommen.
Das erste Foto entstand ĂŒbrigens rein zufĂ€llig â einfach, weil ich brav dem Weg gefolgt bin.
Ich wunderte mich nur ein wenig, warum Komoot stĂ€ndig behauptete, mein Weg liege 80 Meter weiter rechts. đ€š
Tja, offenbar war Komoot anderer Meinung darĂŒber, was ein âWegâ ist.
Ich nenne es: Erkundungsdrang. Komoot nennt es: Abweichung von der Route. đ
Die anderen Fotos sind dann sozusagen von selbst entstanden â einfach am Wegesrand, wo sich die Natur wieder mal von ihrer schönsten (und windigsten) Seite gezeigt hat. đŸđž
Ein Zwischenziel war auch schnell gefunden: die MöwendĂŒne.
Luftlinie etwa drei Kilometer vom Parkplatz entfernt â also eigentlich ein Klacks.
Tja, eigentlich.
Denn wie sollte es anders sein: Ich links, die DĂŒne rechts â und dazwischen Wasser. đ§
NatĂŒrlich kein kleines PfĂŒtzchen, sondern ein anstĂ€ndiger Graben, der ganz klar sagte:
âBis hierher, mein Freund.â đ
Also wieder umplanen. Der direkte Weg war wohl nur den Enten vorbehalten.
Irgendwie hatte ich es dann doch ĂŒber diesen Ozean geschafft â nasse Schuhe inklusive versteht sich. đ
Ob das nun Mut, Leichtsinn oder einfach nur Sturheit war, sei mal dahingestellt.
Oben angekommen genoss ich den Ausblick: Meer, DĂŒnen, Wind â einfach perfekt.
In der Ferne entdeckte ich sogar ein Schiff, das verdĂ€chtig nach KĂŒstenwache aussah.
Ich hoffe, die haben mich nicht fĂŒr einen SchiffbrĂŒchigen gehalten ⊠đ
Von hier aus waren es noch gute drei Kilometer bis zum Wrack â das sollte ja zu schaffen sein.
Also: ein krĂ€ftiger Schluck aus der Flasche, Rucksack wieder auf den RĂŒcken,
und weiter gingâs Richtung Abenteuer. đ¶ââïž
Die Wege wurden unterwegs irgendwie nicht besser â eher im Gegenteil.
Aber wofĂŒr hat man schlieĂlich ordentliches Schuhwerk? đŁ
Wenn ich so drĂŒber nachdenke, wie viele Leute ich gestern in Turnschuhen in diese Richtung habe losmarschieren sehen,
bezweifle ich stark, dass die jemals das Ostende lebend erreicht haben.
Aber gut â jeder, wie er mag. đ
Und dann, nach all dem Gekurve, Geplansche und Gestapfe, war es endlich soweit:
Das sagenumwobene Wrack lag vor mir â stolz, rostig und ziemlich fotogen. đąâš
đłïž Geschichte des Wracks
Im Dezember 1967 strandete der Emder Heringslogger âMinisterialrat Streilâ am SĂŒdosthörn, einem Teil der Sandbank Othelloplate. Zur Bergung wurde der Muschelsauger âPionierâ eingesetzt, der jedoch beim Schleppversuch selbst festfuhr und nicht mehr befreit werden konnte. Im Februar 1968 gelang es einem Schlepper, den Heringslogger ins Fahrwasser zurĂŒckzuziehen, wĂ€hrend die âPionierâ weiterhin auf der Sandbank lag. Seitdem liegt das Wrack dort und ist zu einem markanten Wahrzeichen geworden.
Quelle: Wikipedia
FĂŒr den RĂŒckweg plante ich kurzerhand um und entschied mich fĂŒr den Weg an der Wasserkante entlang bis zum Parkplatz.
Aber natĂŒrlich nicht ohne den Robben noch einen kurzen Besuch abzustatten. đŠ
Auf den Fotos sind sie nur schwer zu erkennen, aber das war Absicht:
Ich wollte die Jungs und MÀdels auf keinen Fall stören.
Ein bisschen Nordsee-Tierbeobachtung gehört schlieĂlich dazu â ohne dass die Stars vor der Kamera flĂŒchten. đžđ
Nach guten 15 Kilometern insgesamt war ich wieder am Auto angekommen.
Noch ein krĂ€ftiger Schluck aus der Flasche â wohlverdient â und dann ab zur Ferienunterkunft. đĄ
Petra wartete schon sehnsĂŒchtig auf mich â ich glaube, sie hatte Hunger. đ
Zuerst wurden die Klamotten ausgezogen und alles zum Trocknen aufgehĂ€ngt, denn auf dem RĂŒckweg hatte mich ein feiner Nieselregen begleitet. đ§ïž
Zum AufwÀrmen gab es einen Becher Bouillon und das Brot, das ich vorsorglich eingepackt hatte.
Perfekt, um wieder Kraft fĂŒr die FĂŒĂe zu sammeln, die heute wohl einiges erlebt hatten. đж
Nach einer heiĂen Dusche â ja, die Schuhe durften auch mit unters Wasser â machte ich es mir gemĂŒtlich.
Und siehe da: ich bin tatsĂ€chlich ein wenig eingenickt. đŽ
Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich 15 km Wanderung, Wind, Wasser und Wrack-Action hatten ihren Tribut gefordert.
Vor dem Abendbrot sind wir doch noch einmal an den Strand gegangen â Petra wollte auch ein wenig frische Luft schnappen. đŹïž
Das Wetter war inzwischen wieder bestens: Sonne, angenehme 14âŻÂ°C â genau richtig, um mal kurz nach dem Wasser zu schauen. đâïžAuf dem RĂŒckweg konnten wir dann sogar noch eine Salatgurke beim kleinen Kaufmann ergattern. đ„
Kleiner Gewinn fĂŒr den Abend â und ein weiteres Beispiel dafĂŒr, dass Norderney fĂŒr alles gesorgt hat. đ
Das Abendbrot fiel heute richtig nordisch aus â naja, es gab Fisch. đ
Leckerer Brathering und Bratrollmops â saftig, fest in der Konsistenz, einfach ein Traum. đ
Dazu Schwarzbrot mit Butter vom VikingerbĂ€cker â ein Pflichtprogramm, wenn wir hier sind.
Allerdings gibt es kein Foto, denn Essen war heute eindeutig wichtiger. đžâ
Ja, das war es dann auch schon fĂŒr heute.
Wir sagen mal: Bis morgen! đ
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