Geburtstagsfrühstück statt Sturmfrust
Heute war ein besonderer Tag: Petra hatte Geburtstag! Und wie es sich für einen Geburtstag im Urlaub gehört, starteten wir erst einmal gemütlich in den Tag. Zum Frühstück gab es Stuten, getoastet und dazu Marmelade, Käse und ein wenig Schinken. Ein guter Start in den Ehrentag meiner Holden!
Draußen warteten wir gespannt auf die angekündigte orangefarbene Unwetterwarnung. Man hatte sich gedanklich ja schon fast auf Sturm, Regen und norddeutsches Schmuddelwetter eingestellt. Doch irgendwie hatte Petrus offenbar andere Pläne. Statt Weltuntergang gab es blauen Himmel und Sonnenschein. Na, wenn das kein Geburtstagsgeschenk ist!
Also raus aus der Ferienwohnung und hinein ins Geburtstagsabenteuer. Unser erstes Ziel war Neuharlingersiel.
Neuharlingersiel: Sonne, Hafen und ein bisschen Wohnmobilkino
In Neuharlingersiel angekommen, drehten wir zunächst eine Runde über den Wohnmobilstellplatz. Man muss ja schließlich auf dem Laufenden bleiben, was die weiße Ware auf vier Rädern so zu bieten hat. Wer weiß, vielleicht steht irgendwann selbst einmal so ein rollendes Urlaubsdomizil vor der Tür. Ein wenig schauen und träumen ist schließlich erlaubt.
Anschließend spazierten wir hinaus zur Mole. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick über das Wasser in Richtung Spiekeroog und zu den benachbarten Inseln. Bei diesem Wetter hätte man glatt Lust bekommen können, spontan eine Fähre zu nehmen. Das wäre eigentlich perfektes Inselwetter gewesen! Allerdings hatten wir uns aufgrund der Wetterprognosen bereits gegen einen solchen Ausflug entschieden. Man kann schließlich nicht ahnen, dass die angekündigte Sturmstimmung lieber Urlaub macht als wir.
Überhaupt war es erstaunlich ruhig im Ort. Selbst nach elf Uhr waren nur wenige Menschen unterwegs. Neuharlingersiel zeigte sich von seiner entspannten Seite, und wir konnten ganz gemütlich durch den Hafen schlendern.
Ohne Teestange geht es nicht
Wie bei unseren Besuchen in Neuharlingersiel üblich, durfte ein Abstecher zur Hafenbäckerei natürlich nicht fehlen. Bei Bäcker Hinrichs wurden Teestangen besorgt, und diesmal wanderten zusätzlich noch Zimtsterne in die Einkaufstüte. Man gönnt sich ja sonst nichts!
Mit unserer kleinen Beute suchten wir uns anschließend ein Plätzchen am Wasser im Sielhofpark. Dort ließen wir es uns bei einer Teestange und jeweils einem Zimtstern gut gehen. So lässt sich ein Geburtstag doch prima feiern: Sonne im Gesicht, Wasser in Sicht und etwas Leckeres in der Hand. Ein herzliches Dankeschön an Bäcker Hinrichs für die leckere Versorgung!
Danach ging es durch den Kurpark, vorbei an den kleinen Ferienhäusern und weiter zu einem weiteren Wohnmobilstellplatz. Schließlich wollten wir noch ans Meer. Über den Deich liefen wir hinunter zum Strand, und dort war plötzlich deutlich mehr los. Die Strandkörbe waren gut besetzt, Drachen tanzten im Wind und Kinder tobten am Wasser. So sieht ein Urlaubstag an der Nordsee aus, wenn das Wetter ausnahmsweise einmal nicht versucht, einen vom Strand zu vertreiben.
Zurück im Hafen gönnten wir uns noch eine kleine Portion frisch zubereiteter, knuspriger Kibbelinge von der Fischereigenossenschaft. Außen schön knusprig, innen saftig – genau richtig für eine kleine Stärkung zwischendurch.
Weiter nach Carolinensiel
Nach unserem Aufenthalt in Neuharlingersiel ging es weiter nach Carolinensiel. Die beiden Orte liegen nur rund neun Kilometer auseinander, sodass die Fahrt schnell erledigt war.
Auch hier lachte zunächst noch die Sonne vom Himmel. Kurz überlegten wir sogar, ob wir vorsichtshalber noch Sonnencreme kaufen sollten. Doch bevor wir uns ernsthaft mit Lichtschutzfaktoren beschäftigen konnten, war unser nächstes Ziel auch schon erreicht.
Die Parkplatzsuche gestaltete sich allerdings etwas schwieriger als in den anderen Sielorten. Während man dort meist einen oder mehrere zentrale Parkplätze findet, sind die Parkmöglichkeiten in Carolinensiel über den Ort verteilt. Man muss also ein wenig suchen, statt einfach auf einen großen Parkplatz zu rollen.
Schließlich hatten wir eine passende Lücke gefunden. Petra erledigte noch schnell ein Telefonat, und als wir damit fertig waren und aus dem Auto stiegen, war es mit dem schönen Wetter plötzlich vorbei.
Wie auf Knopfdruck hatte jemand die Sonne ausgeschaltet. Der Himmel war voller Wolken, dazu frischte der Wind etwas auf. Na prima! Eben noch hatten wir über Sonnencreme nachgedacht, jetzt hätte man eher über eine zusätzliche Jacke diskutieren können. Immerhin sah es zunächst nicht wirklich nach Regen aus.
Museumshafen mit unfreiwilliger Wendeschleife
Vom Auto bis zum Museumshafen waren es nur wenige hundert Meter, die wir gemütlich am Wasser entlangspazierten. Wir kannten Carolinensiel bereits von früheren Besuchen und wussten, dass man den Museumshafen normalerweise wunderbar zu Fuß umrunden kann. Über eine Brücke geht es in Richtung Harlesiel, und auf der anderen Seite kann man wieder zurücklaufen. Eine schöne kleine Runde, die wir gern drehen.
Normalerweise.
Denn diesmal wurde gebaut. Und wenn gebaut wird, dann wird eben gebaut. Für Fußgänger und Radfahrer stand ein freundliches, aber unmissverständliches Schild bereit: Durchgang verboten!
Damit war unsere geplante Hafenrunde schneller erledigt, als wir überhaupt richtig losgelaufen waren. Also machten wir kehrt und nahmen denselben Weg zurück. Kein Drama, aber irgendwie trotzdem doof. Man freut sich auf eine kleine Runde am Wasser und bekommt stattdessen eine unfreiwillige Wendeschleife. 😂
Da es auch in Carolinensiel einen Wikingerbäcker gibt, nutzten wir die Gelegenheit für eine kleine Stärkung. Ein kleiner Teekuchen und eine Laugenstange wanderten in unseren Besitz und sollten uns auf dem Rückweg zum Auto begleiten.
Carolinensiel ist ohnehin ein hübsches kleines Örtchen, in dem man wunderbar Zeit verbummeln kann. Der Museumshafen, die Häuser am Wasser und die gemütliche Atmosphäre machen den Ort zu einem schönen Ausflugsziel. Auch wenn uns die Baustelle diesmal einen Strich durch die geplante Runde gemacht hat, war es wieder ein angenehmer Besuch.
Wir kommen gern wieder – dann hoffentlich mit freier Brücke und einer vollständigen Hafenrunde!
Auf dem Rückweg zum Auto fielen schließlich auch die ersten Regentropfen. Zum Glück saßen wir kurz darauf wieder im Trockenen. So ein Auto hat bei norddeutschem Wetter durchaus seine Vorteile: Man kann den Regen betrachten, ohne selbst darin herumzustehen. 😄
Einkaufen für den Urlaub danach
Da wir ja gerne planen, standen auf unserer Einkaufsliste auch schon ein paar Dinge für das Leben nach dem Urlaub. Schließlich kommt irgendwann der Moment, an dem man Norddeich wieder verlassen muss. Und dann möchte man zu Hause nicht unbedingt vor einem leeren Kühlschrank stehen.
Diese Besorgungen wollten wir im Edeka in Neuharlingersiel erledigen. Doch wie das manchmal so ist, wenn man eigentlich nur nach Liste einkaufen möchte, entdeckt man plötzlich etwas, das gar nicht darauf steht. In diesem Fall sprang uns fertiger Ammerländer Grünkohl ins Auge. Der musste natürlich mit!
Damit ist ein leckeres Abendessen für die kommende Woche schon einmal gesichert. Und irgendwie freut man sich dann auch wieder ein bisschen auf die Zeit zu Hause. Urlaub ist schön, aber ein gutes Grünkohlessen hat eben auch seinen Reiz.
Zurück in Norddeich: Parkplatz gesucht!
Wieder in Norddeich angekommen, stand noch ein Besuch bei Noormanns auf dem Programm. Schließlich wollten wir die kleinen leckeren Scheißerchen fürs Abendessen besorgen. Allerdings herrschte dort akuter Parkplatzmangel. Einfach kurz anhalten und einkaufen? Fehlanzeige!
Also ging es zunächst zurück zur Ferienwohnung, das Auto abstellen und anschließend zu Fuß wieder los. Ein kleiner Umweg, aber was tut man nicht alles für ein gutes Abendessen? Die Garnelen liefen schließlich nicht von allein in unsere Küche.
Geburtstagsabend mit Garnelen und Allioli
Zurück in der Ferienwohnung war es endlich Zeit für Kaffee, Tee und Kuchen. Danach wurden die Füße hochgelegt und die Seele baumeln gelassen. So ein aufregender Geburtstagstag muss schließlich erst einmal verarbeitet werden. Man wird ja nicht jünger!
Nachdem wir uns ausreichend von den Strapazen des Tages erholt hatten, durften die Eier in die Pfanne, die Tomaten gemeinsam mit dem Büffel in eine Schale und die Garnelen auf den Teller. Dort wartete bereits das Allioli auf sein kulinarisches Date.
Kurz gesagt: ein einfaches, aber ausgesprochen leckeres Abendessen – genau das Richtige für einen gemütlichen Geburtstagsabend! Man braucht schließlich kein aufwendiges Festmenü, wenn die Zutaten stimmen und es schmeckt.
Fazit: Ein Geburtstag, wie er sein sollte
Alles in allem war es doch ein richtig schöner Tag. Das Wetter hatte uns entgegen der Sturmwarnung mit reichlich Sonne verwöhnt, Neuharlingersiel und Carolinensiel waren einen Besuch wert, und auch kulinarisch kamen wir auf unsere Kosten.
Rückblickend wäre das Wetter sogar gut genug für einen Ausflug auf eine der Inseln gewesen. Bei dem Sonnenschein hätten wir die Überfahrt bestimmt genießen können. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Hätten wir die Inselüberfahrt gebucht und wäre das Wetter dann doch gekippt, hätten wir uns vermutlich genauso geärgert.
Egal! Der Tag war super, genau so, wie er war. Petra hatte einen schönen Geburtstag, wir waren unterwegs, haben einiges gesehen, gut gegessen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Und am Ende ist es doch genau das, worauf es ankommt: gemeinsam einen schönen Tag erleben, auch wenn nicht jeder Plan aufgeht. Herzlichen Glückwunsch noch einmal, Bärchen! Auf viele weitere Geburtstage, schöne Reisen und jede Menge leckere Scheißerchen!
Reisewetter
- Norddeich
- 22/10/2026
- 7-12 C°
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